CDU Lippe
Besuchen Sie uns auf http://www.zertik.de

DRUCK STARTEN


Neuigkeiten
24.02.2017, 09:05 Uhr
Heinrich Zertik zu Gast bei Thomas Gebhart in Germersheim

Eine außergewöhnliche und intensive Diskussion erlebten rund 60 Gäste im Bürgersaal der Stadt Germersheim am 22. Februar: auf Einladung des südpfälzischen Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart war der erste russlanddeutsche Abgeordnete im Deutschen Bundestag, Heinrich Zertik, nach Germersheim gekommen, um über die politische Lage in Deutschland zu sprechen. 

Heinrich Zertik kam in seinen Ausführungen immer wieder auf eine wichtige Botschaft zurück: „Es liegt an jedem selbst, sich im Leben etwas aufzubauen. Und wo man etwas aufbaut, da hat man seine Heimat.“ 

Thomas Gebhart zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends: „Ich bin froh, dass Heinrich Zertik nach Germersheim gekommen ist. Wir haben uns einem schwierigen Thema gestellt und eine intensive und kontroverse Diskussion geführt. Aber ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.“

Heinrich Zertik, der aus Nordrhein-Westfalen angereist war, ist Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie Mitglied und Vorsitzender in zahlreichen Aussiedlernetzwerken. Seit mehr als 20 Jahren sei er daher schon quer durch Deutschland unterwegs, um über das Thema Spätaussiedler zu sprechen. Gerade für eine Stadt wie Germersheim, in der viele Nationen lebten und in der viele Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion lebten, spiele die Auseinandersetzung mit diesem Thema eine wichtige Rolle, wie Bürgermeister Marcus Schaile in einem Grußwort klar machte.

Heinrich Zertik, in Kasachstan als Angehöriger der deutschen Minderheit geboren, berichtete von vielen persönlichen Erfahrungen auf seinem Weg vom Spätaussiedler, der 1989 mit seiner Familie nach Deutschland auswanderte, bis zu seinem Einzug in den Deutschen Bundestag 2013. „Ich habe sofort begonnen, mich in meiner neuen Heimat zu engagieren. Weil ich mich eingebracht habe für meine neue Heimat und Verantwortung übernommen habe, habe ich mich schnell eingelebt“, berichtete Zertik. Bei seinem Neustart habe ihm vor allem das Engagement in einer politischen Partei geholfen, das er mehrfach mit einem Familienleben verglich: „Egal in welcher Partei man sich engagiert, es ist wichtig zu verstehen, dass man miteinander reden muss, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt. Auch in einer Familie übernimmt man Verantwortung füreinander. Man streitet, wenn es nötig ist, und man pflegt sich, wenn es nötig ist.“ Für ihn sei es keine Alternative, Schuld für Probleme bei anderen zu suchen, sondern man müsse sich selbst für eine Lösung zu engagieren, so Zertik. Hier gebe es viele Beispiele, ob Altersarmut, kulturelle Probleme oder Integration. „In einer Familie ist jeder für das Gelingen verantwortlich. So ist es auch, wenn man eine Heimat haben möchte. Man muss sich einbringen und kann nicht erwarten, dass Probleme nur von anderen gelöst werden.“ Heinrich Zertik berichtete ebenso von positiven Beispielen, die er kennenlernte. Während es zu Zeiten, in denen viele Spätaussiedler nach Deutschland gekommen waren, oft um persönliche Probleme wie Familienzusammenführungen ging, könne er heute beobachten, dass sich die gleichen Leute für ihre neue Heimat einsetzen. Sie hätten erkannt, dass sie auch selbst für ihre Umgebung verantwortlich seien. 

In einer aufgeladenen Diskussion machten Heinrich Zertik und Thomas Gebhart deutlich, dass Fragen der Zuwanderung nur über allgemein gültige Gesetze gesteuert werden können. Für eine Gleichbehandlung der Menschen vor dem Gesetz einzustehen, sei nicht immer einfach, aber der richtige Weg. Dazu gehöre auch, dass Menschen, die kein Bleiberecht haben oder sich nicht integrieren wollen, nicht im Land bleiben dürfen.