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02.09.2016, 08:55 Uhr

Bundesinnenminister de Maiziére würdigt Russlanddeutsche als „Brückenbauer“

Gedenktag 75 Jahre Deportation der Deutschen in Russland unter den Schirmherrschaft von Heinrich Zertik MdB

In einer stimmungsvollen Gedenkveranstaltung anlässlich der Deportationen vieler Deutscher aus den Wolgagebieten nach Sibirien und in die östlichen Sowjetrepubliken bis in die Steppen Kasachstans kamen am 28. August Sonntag Deutsche aus Russland in Berlin zusammen, um an dieses geschichtsträchtige Ereignis vor 75 Jahren zu erinnern. In einer Rede würdigte Bundesinnenminister Thomas de Maiziére das grausame Schicksal von circa 900.000 Menschen,  das durch den stalinistischen Erlass vor 75 Jahren Familien auseinander gerissen und unendliches Leid über viele Deutsche gebracht hatte. Er betonte gleichzeitig die wichtige Aufgabe der Russlanddeutsche als „Brückenbauer“ und hob die Bedeutung ihrer gelungenen Integration hervor.

Unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Heinrich Zertik hatte die Deutsche Gesellschaft e.V. zusammen mit der Jugend Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (JLmdR) und anderen Partnern ein umfangreiches Programm gestaltet. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Walter Gauks von der JLmdR, der launig durch das Programm führte und die Rednerinnen und Redner vorstellte. Mit dabei war auch das einzige in Deutschland existierende Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, dessen Leiterin Dr. Katharina Neufeld in einer anschaulichen Präsentation die jüngsten Forschungsergebnisse zu den Deportationen erläuterte. Sie zeigte, wohin es damals die knapp eine Million Deutsche verschlagen hatte und wo sie dann eine neue Existenz aufbauen mussten. Der Zeitzeuge Hermann Fast kam in einer kleinen Filmsequenz zu Wort. Er sei ein „Lebenskünstler“, so Neufeld, denn durch seine Liebe zur Kunst und zur Musik habe er es geschafft, diese Tortur zu überleben. In der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung trafen sich viele Zeitzeugen, Experten aus der Wissenschaft, aus der Politik und junge Austauschstudenten aus Russland. Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten Hartmut Koschyk betonte in seiner Rede auch die Glaubensstärke vieler Menschen, die ihnen nicht nur in der alten Heimat, sondern auch nach ihrer Rückkehr in die neue Heimat Deutschland Kraft und kulturelle Identität verliehen habe. Er würdigte die große Unterstützung der Kirche bei der Integration und verwies darauf, dass sie ohne die Glaubensgemeinschaften nicht so erfolgreich hätte verlaufen können. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Detmolder Musikschullehrer Anatoli Wedel auf der Geige.

 

Im Anschluss fand auf dem Parkfriedhof Marzahn eine feierliche Kranzniederlegung statt. Die hervorragende Organisation lag in den Händen Alexander Rupps, Vorsitzender der Landsmannschaft der Russlanddeutschen Berlin-Brandenburg, und Alexander Reiser (Vision e.V.), die bei den sommerlichen Temperaturen auch noch daran gedacht hatten, die Anwesenden mit genügend Wasser zu versorgen. Der Innensenator von Berlin, Frank Henkel, richtete ein Grußwort an die Anwesenden. In einer Andacht mahnte der Vorsitzende der Konferenz der Aussiedlerseelsorge der Evangelischen Kirche Deutschland, Reinhard Schott, Vertrauen in Gott und Zuversicht an und rief zur Versöhnung auf. Ein Fototermin am Reichstagsgebäude zusammen mit dem Bundesinnenminister beschloss den Gedenktag.

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